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Ferien 2001 Zimbabwe
mit Berti und Helen bei Bethli
vom 28.März-18.April
2001

 
Im März des Jahre 2001 als es die SwissAir noch gab, besuchten Berti und meine Schwägerin Helen mit mir ihre Schwester Bethli, die als Spitalleiterin auf der Missionsstation Regina coeli in den Eastern Highlands von Zimbabwe wirkt. Ich habe versucht meine Eindrücke von diesen wunderbaren Ferien spontan und ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit aller Zahlen aus der Sicht eines Europäers niederzuschreiben.

Vielen Dank Bethli für die wunderschöne Zeit bei dir in Zimbabwe.

 

Matema  oder wie FotoMySire entstand
29.3.01

Auf dem Weg nach Regina coeli, in Matema kaufte Bethli Kartoffeln von den wartenden Verkäuferinen und ich machte Sofort-Bilder von den Kindern. Weil jedes ein Bild von sich wollte riefen die Kinder FotoMySire oder Fotomiseur.

Sagonde Schule
So 2.4.01

Mit Father Ward und Sr. Carina besuchen wir über eine romantische Holzbrücke die Pfarrei bei der Sagonde Schule.

Kagore
Fr. 31.3.01

Mit Mr Guta fahre ich nach Kagore um Gras für das Dach der neuen Rundhütte im Konvent zu kaufen. Es ist mir äusserst peinlich dass ich kein Geld in der Tasche habe und mir ein Cola bezahlen lassen muss. Während das Gras auf das Fahrzeug aufgeladen wird marschieren Mr. Guta und ich zum Kagore-Baum. Er steht alleine auf einer Ebene und überragt die ganze Gegend und ist von der Strasse Avila-Regina coeli zu sehen.
 

Nyamaropa
Sa 1.4.01

Mit Bethli besuchen wir den Grenzübergang Nyamaropa nach Mosambik. Mit der Sofort- Bildkamera provozieren wir einen Stau bei der Brücke. 

Mr. Mawaza 
So 2.4.01

Bei einem Spaziergang in der Umgebung der Mission erzählt uns Bethli, dass sie vor etwa 3 Wochen nachts von einem Naturarzt zu einer Frau gerufen wurde, die auf dem Feld geboren hatte. Als wir am nächsten Kral vorbeigingen rief ein Mann nach Sr. Carina und stellte sich als Mr. Mawaza, Vater des Kindes, das damals auf dem Feld geboren wurde, vor. Er bedankte sich wortreich bei Bethli und wir liessen uns in seine Rundhütte einladen, wobei er sich sehr für Helen interessierte. Wir schätzten dass er mindesten 14 mombe lobola (14 Kühe Brautpreis) gezahlt hätte. Obwohl wir nichts verstanden merkten wir dass er wortgewandt mit Bethli sprach. Zum Abschied schenkte er uns noch drei Kürbisse und Bethli erzählte uns dass Mr Mawaza Prediger einer afrikanischen Sekte sei und polygam lebe.

Nyamoro Diary Farm 
Di 3.4.01

Bei km 23  der Strasse Juliasdale - Regina coeli biegt die Strasse links zur Nyamoro Diary- und Ezulwini Holiday Farm ab. Auf der Farm wird Milchwirtschaft betrieben und Blumen angepflanzt. Von den 140 Kühen werden zurzeit rund 70 gemolken. Die 14 Liter Milch pro Kuh werden pasteurisiert oder  zu Käse, Butter und Jogurt verarbeitet. An der angegliederten Milchbar verdient Juliet eine 27-jährige, die als Waisenkind von den Dominikanerinnen gesponsert wurde, heute 70 Z$ pro Tag.

Mandikonza Farm
Mi 4.4.01

Herr Mandikonza betreibt mit seinem Schwager und rund 50 Angestellten die 870 ha grosse Mandikonza Farm. Sie pflanzen zwei Sorten Kartoffeln, grosse und kleine an. Die Kartoffeln werden im Oktober gepflanzt und ab Februar geerntet. Auf den Feldern werden zwei Jahre Kartoffeln angebaut nachher liegen die Felder vier Jahre brach. Für einen 30 kg Sack Saatkartoffel erhält Herr Mandikonza 700 Z$ und für einen 15 kg Sack Tabelware erhält er 170 Z$ von einer Kooperatve in Mutare der er 15% des Preises überlassen muss. Die Kartoffeln werden nach Sambia exportiert. In Tombo 1 wo Mr Mandikonza mit seinen 6 Kindern lebt bewirtschaftet er eine weitere Farm. Mr Mandikonza ist Mitglied des Kirchenrates.

Nyafaru 
Mo 9.4.01

Beim Gespräch mit einer alten Frau, von der wir Polaroid-Fotos machten, sprach ein Junge von einer Hängebrücke links bei der Cooperative. Auf dem Weg zur Brücke begegneten wir einem alten Mann der aus Freude, dass wir die Brücke besuchten, umkehrte und uns die Brücke vorführte. Die Brücke wurde im letzten Jahr von einem Lehrer aus Mosambik der in Zimbabwe unterrichtet für sich und die mosambikanischen Schüler die in Zimbabwe zur Schule gehen erbaut. Die mosambikanischen Schüler, die in Zimbabwe zur Schule gehen, bezahlen dasselbe Schulgeld, wie ihre zimbabwischen Mitschüler. Nach dem Besuch des wunderschönen Gemüsegartens unterhalb eines Wasserfalls, erreichten wir den höchsten Punkt Nyafaru, wo die Hänge wie perforiert von den Pinien-Setzlingen der Nyafaru-Kooperation aussahen.
Während dem Krieg in Mosambik sollte das Gebiet um Nyafaru entvölkert werden, damit die mosambikanischen Rebellen keinen Unterschlupf finden konnten. Da sich die Bevölkerung aber zur Wehr setzten und Kooperationen errichteten wurden ihnen die Kinder weggenommen. Die Kooperationen bestehen heute noch.
Drei junge Burschen waren auf dem Weg, von der 10 Km entfernten Mühle, zur nächsten Mühle. Der Dieselmangel hatte alle Mühlen im über 30 km langen Tal lahmgelegt. Ebenfalls sahen wir etwa in 8 km Entfernung den Bus mit Motorschaden auf den die Leute im Tal seit 2 Tagen warteten. Abschliessend besuchten wir das Heim von Mr. Guta in Tombo 1.

Nyadowa-Avila
Mi 11.4.01

Auf der Strasse nach Elim biegen wir nach ca. 4 km rechts nach Nyadova-Nyakomba ab. Auf der Fahrt durch die wunderbare fruchtbare Gegend erklärte uns Bethli dass vor ca. 50 Jahren die Bevölkerung von Bende wegen einer Aufforstung in dieses Gebiet hier zwangsvertrieben wurden. Nachdem ich Mr. Msuga, der ca. 1918 in Clermont geboren wurde, fotografiert hatte entdeckte ich eine Tagetes-Kooperative. Die einzelnen Frauen bringen ihre Tagetes-Blumen in Säcken auf dem Kopf oder Schubkarren zur Sammelstelle, wo das Gewicht der Blumen gewogen und aufgeschrieben wird. In einer ca. 3 mal 3 und 1,5 Meter tiefen, mit Backsteinmauern versehenem Grube werden die Tagetees gestampft (Wasserentzug?) und mit Chemikalien leicht besprüht und 6 Wochen so belassen. Es konnte uns jedoch keine Verwendung angegeben werden, lediglich dass diese ev. nach Spanien käme. Nach ca. 15 km verlassen wir die Strasse nach Nyakomba Richtung Sabvure ins Gebiet von Chief Katarere wo wir Bananen einkaufen. Am höchsten Punkt im Übergang nach Fombe fotografieren wir zurück in die schön gelegene Mulde Sabvure sowie die freundliche Familie mit ihrem Kral. Nach 10 km Baustelle überqueren wir den Garesi und erreichen bald die Strasse Fombe-Avila.Nach dem Lunch besuchen wir auf dem Heimweg die Missionsstation Avila.

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Nyagomo 
Do 12.4.01

Mit Miss Rosmarie Gondokondo vom Help Care besuchen wir Mrs Margreth Nyangomo bei der Nanyau-Schule. Nach 40 Minuten treffen wir auf einer terrassenartigen Höhe auf zwei Esel von Chirimamymo mit Mais beladen für die Mühle in Ruwende. Über eine Hängebrücke und den Fussballplatz der Nanyau-Schule gelangen wir nach 1 1/2 Stunden nach Nyangomo. Mrs Nyangomo hat sechs Kinder und ein Grosskind der ältesten Tochter. Sie hat vor einem Jahr kirchlich geheiratet und ist HIV positiv. Mrs Nyangomo wurde vor drei Wochen in sehr schlechtem Zustand vom Spital in Regina coeli entlassen und mit einem Schubkarren (Karrette) nach Hause gefahren. Ihr Zustand ist besser als erwartet. Bethli hat ihr die Kommunion mitgebracht. Miss. Rosmarie Gondokondo betet mit der Familie und übergibt einige Lebensmittel. 
Wasserversorgung Regina coeli
Sa 14.4.01

Mr. Zirema hat sich bereit erklärt uns die Wasserversorgung zu zeigen. Von Chirimamymo wird das Wasser in einer etwa 6 km langen Leitung in die Tanks bei Ruwende geleitet und von dort in die Zisternen oberhalb der Missionsstation Regina coeli. Bei Wassermangel, maximal 1 mal pro Monat, muss mit einem Dieselmotor Wasser vom 3 km entfernten Damm in die Zisternen über der Missionsstation Regina coeli gepumpt werden. Der etwa einhundert Meter breite und etwa 10 Meter hohe Damm wurde zum Bewässern im 11 km entfernten Nyamaropa, zum Teil als Aquadukt gebaut.
Fam. Musonda
Sa 14.4.01

Mr Musonda ist Pfleger und Mrs Musonda ist Hilfspflegerin im Spital. Zusammen haben sie die Tochter Tariro, sie ist mit ihrer Frisur der absolute Liebling Bethli. Ich mache sofort und andere Fotos von der Familie Musonda.

Agnes von Matema 
So 15.4.01


Am Sonntag konnten Berti und Helen bei der Geburt von Agnes dabei sein. Sie ist das erste Kind der 18 jährigen Mutter und ist 2850 Gramm schwer 52 cm lang mit einem Kopfumfang von 36 cm. 
font face="Arial">NB: Helen hat es zu ihrer Überraschung nicht einmal umgeworfen!
Ruwende
Mo 16.4.01

Wir besuchen Mr Adam Ruwende er ist Angestellter im Spital und zur Zeit krank. Wir schenken im eine Jacke die wir nach Zimbabwe gebracht haben.

Missionsschule Regina coeli

Die Missionsschule Regina coeli ist eine vier jährige Sekundarschule. Die 400 Schüler und Schülerinnen werden durch vier Lehrerinnen und 16 Lehrern in acht Klassen in Englisch, Shona, Geografie, Mathematik, Buchhaltung, Realien, Informatik, Religion, Handarbeit und Werken unterrichtet. Für die Betreuung der sehr selbständigen Schüler in der Freizeit sind noch 2 Personen ein Mann und eine Frau angestellt.Das Schulgeld beträgt für Internisten 3000 Z$ und für Externisten 1000 Z$ pro Semester inklusive aller Hefte, Bleistifte und Schulbücher die der Schule gehören. Die Schule dauert von 07:25-15:45 in Lektionen von 35 Minuten. Abends werden unter Aufsicht bis etwa 20:30 die Aufgaben erledigt. Ferien haben die Kinder drei mal vier Wochen. Die Lehrer erteilen etwa 30 Lektionen pro Woche plus Aufgaben - Aufsicht. Neu hat die Schule 15 PCs und zwei Drucker erhalten die miteinander vernetzt sind.

Help Care Base
 
Die vier Help Care Base Mitarbeiter Miss Sabuna, Miss Chitewo, Miss Gondokondo und Mr Kilian sind von der Bevölkerung gewählt worden und werden von der Caritas bezahlt.Aufgabe
  • Sozialdienst
  • AIDS Prävention
  • Spitex
  • Seelsorge
Zusätzlich unterstützen sie etwa 800 Waisenkinder die zum Teil bei Verwandten leben mit Kleidern von Kleidersammlungen, Lebensmitteln, Saatgut, Seife, und ganz gute Schüler mit Schulgeld.



Spital Regina coeli
Aufgaben
  • Erstversorgung von 14000 Personen
  • Zweitversorgung von 33000 Personen Elim, Avila 
  • Ambulatorium 60 Personen täglich
  • Geburtshilfe 80 pro Monat<
  • Mütterberatung 25 täglich im Spital
  • Mütterberatung 250 monatlich an 6 Orten
  • Impfungen
  • TB Behandlung
Die Geburtshilfe, Mütterberatung und die Versorgung der Kinder unter fünf Jahren sind gratis. Für alle diese Leistungen bezahlt der Staat pro Monat eine Pauschale von 151000 Z$ und für die Angestellten des Spitals rund 60000 Z$ Löhne. Der Impfstoff wird von der WHO und vom Staate Zimbabwe übernommen. Patienten zwischen 12 und 65 Jahren bezahlen pro 7 Tage 60 Z$ plus eventuelle Medikamente extra. Die Pocken und Masern sind inzwischen fast ausgerottet.TB-Patienten werden im Gegensatz zu früher nur noch kurze Zeit stationär behandelt. Wird die ambulante Therapie aber nicht konsequent weitergeführt besteht die Gefahr von resistenten Bazillenstämmen. 
NB. An Ostern wurde 2001 das 318. Kind geboren.

Abteilungen

  • Ambulatorium
  • Geburtsabteilung
  • Männerabteilung
  • Frauenabteilung
  • TB Abteilung
  • Kinderabteilung 
Zahlen
  • Anzahl Betten 120
  • Durchschnittliche Belegung 75
  • Schwangere in den Rundhütten 20 
  • Aufenthalt nach Geburt Tage 2
  • Todesfälle pro Monat 9 
Personal
  • Arzt 1
  • Spitalleiter 1
  • Pfleger / Schwestern 10
  • Hilfsschwestern 22
  • Koch 3
  • Fahrer 2
  • Wäscher, Näher, Gärtner 6
Spitäler in der Umgebung
  • Elim ohne Arzt 32 Km
  • Avila ohne Arzt 54 Km
  • Nyanga 84 Km

1.Quartalsrechnung 2001
1.Quartal 2001 ZW$ ZW$ CHF  CHF
Medikamente 96'000   3'200  
Licht 
Wasser
45'000   1'500  
Lebens-
mittel
146'000   4'866  
Wäsche 46'000   1'533  
Büro-
material
27'000   900  
Trans-
porte
48'300   1'610  
Rep. u.
Anschaff
92'000   3'066  
Putzmat. 43'000   1'433  
Löhne f.
Personal
1'800'000   60'000  
Total Ausgaben
2'343'300
 
78'110
 
Pauschale vom Staat   455'000   15'166 
Löhne vom Staat   1'800'000   60'000 
Einnahmen Patienten   50'000   1'666
Saldo   38'300   1'277
Total 2'343'300 2'343'300 78'110 78'110

Kosten pro Patient und Tag

Bei einer Belegung von 70% im 120 Betten- Spital ergibt das Kosten von ZW$ 310 oder CHF 10.33 pro Tag



Investitionen 2000

Trotz dem minus von rund 400 CHF im Monat, hat Sr. Carina, dank den vielen Spenden die sie von zu Hause erhält, im vergangenen Jahr einiges in die Infrastruktur des Spitals investiert.
  • Im Februar war der Einzug in die neu errichtete Frauenabteilung
  • Februar  März der Neubau derHelp Care Base ist bezugsbereit
  • März Baubeginn des Operationssaales
  • Am 18 Mai war das elektrisch fertig installiert.
  • Neue Angestelltenhäuser werden gebaut
  • Renovation der TB Station (Malen, Boden, WC, Dach)
  • Renovation von 3 Lagerhäusern (Termitenfrass)
  • Die sechs Rundhütten für die Schwangeren Frauen neu decken
  • Waschküche renovieren (Malen,neue Türe)
  • Anschaffungen: Beatmungsgerät,div. Möbel für OPS und Abteilungen
  • Zwei Sterilisatoren à 70 Liter


  • Am meisten beschäftigt hat mich aber der Anblick der hungernden Kinder mit ihren aufgedunsenen Gesichtern und Bäuchen, die zu schwach waren um weinen zu könne. Oder dieser kleine Knabe, dem wir über eine Viertelstunde zusahen wie er seine Portion Sazza mit den Händen in der Souce tunkte, um sie schliesslich bedächtig zum Munde führte.

Löhne und Preise CHF  ZN$
Spitalleiter  1066 32000
Pfleger 600 18000
Lehrer 480 14400
Arbeiter 200 6000
Küchenmädchen 153 4600
Help Care Angestellte 150 4500
Rosmarie Gondokondo 83 2500
Juliet Nyamoro Diary Farm 60 1820
Decken einer Strohhütte 133 4000
Schulgeld Sek. intern 100 3000
Schulgeld Sek. extern 33 1000
Abschlussprüfung pro Fach 33 1000
Bus Nyanga-Recina coeli 84 km 3.30 100
Miete für ein Angestelltenhaus 2.50 75
Miete für ein Angestelltenzimmer  1.00 30
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